FSI-Beispiel: Druckwelle in Arterie/ Oszillometrische Blutdruckmessung

Instationäre gekoppelte Strömungs-Strukturanwendungen stellen besondere Herausforderungen an die Modellierung und Berechnung. Bei dieser Problemkategorie kommt es nicht selten durch die Interaktion von inkompressiblen Strömungen mit elastischen Strukturen zu einem physikalisch vollständig veränderten Gesamtsystem.
Ein typisches Beispiel hierfür ist die Strömung durch ein elastisches "Rohr" wie sie z.B. bei der Blutströmung in den Arterien zu beobachten ist: Während sich in starren Rohrsystemen eine Druckwelle bedingt durch die nahezu inkompressible Flüssigkeit sehr schnell (Wasser als Hauptbestandteil von Blut ca. 1300 m/s) ausbreitet, wird in Arterien die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Druckwelle auf ca. 4 m/s durch die elastische Aderwand reduziert.
Diese durch die instationäre Kopplung veränderten Systeme erfordern häufig spezielle Solvertechnologien.

Im ersten Schritt wird die aus der Fluid-Struktur-Kopplung resultierende Reduzierung der Pulswellengeschwindigkeit validiert, im zweiten Schritt kann das Modell verwendet werden, um die oszillometrische Blutdruckmessung zu simulieren. Bei dieser Messmethode wird die Arterie durch einen äußeren Druck verformt. Die Pulswelle verursacht eine Oszillation der Aderwand in Abhängigkeit des äußeren Drucks, die in die Manschette übertragen wird und dort zur Blutdruckbestimmung detektiert wird.

Modellierungsdetails siehe: Heck U. "Transient Fluid Structure Interaction", Nafems Seminar "Simulation of Coupled Flow phenomena (Multified FSI)" May 2006, Konferenzband, ISBN 1-874376-11-5

Bild 1: Validierung der Pulswellengeschwindigkeit.

Bild 2: Statischer Ausgangszustand für die Simulation der Blutdruckmessung

Bild 3: Verformung des Gefäßes durch äußeren Druck für die Blutdruckmessung

Bild 4 : Druckwelle passiert Engstelle und erzeugt Oszillation

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